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Kreide

Entstehung und heutige Verwendung der Kreide auf Rügen

Vor etwa 69 Millionen Jahren war da, wo heute die Insel Rügen liegt, der zentrale Teil einer Meeresstraße.

Diese Meeresstraße verband das englisch-französische Kreidemeer mit einem Meer im Bereich Kaukasus-Krim.

Mit den Strömungen wurden Larven der verschiedensten Organismen verdriftet, die sich am Grunde ablagerten.

Man nimmt an, dass daraus die Weiße Schreibkreide entstand.

 

Verwendung der Kreide

Früher wurde Kreide hauptsächlich in der Zementindustrie und in geringem Umfang für den Malerbedarf eingesetzt.

Heute wird Kreide als Füllstoff in der Gummi- und Kabelindustrie, bei der Herstellung von PVC-Rohren, Kunstleder und Folien, in der Porzellan- und Steingutherstellung und in der Farben- und Lackherstellung eingesetzt.

 

Rügener Heilkreide

Schon vor 2000 Jahren wurde in den römischen Thermen dem Badewasser Marmorstaub zugesetzt.

Man hatte die wohltuende und heilsame Wirkung der kristallinisch-körnigen Kalksteine erkannt.

In der Kreide ist die chemische und mineralogische Zusammensetzung ähnlich wie in Marmor.

Vielleicht führten Überlieferungen der römischen Erfahrungen mit Marmorstaub dazu, dass 1910 im damaligen Ostseebad Sassnitz die ersten Kreidebäder entstanden.

Als erster hat Dr. Seiffert damals im Rügenschen Kreiskrankenhaus grundlegende Versuche mit der Rügener Heilkreide angestellt.

Dr. Seiffert berichtete, dass in 90% der Anwendungen die Erfolge sehr gut gewesen sei und schon damals wird Rügener Kreide als Schönheitsmittel erwähnt.

Kreideküste
Wissower Klinken vor 2005
Kreidefelsen

Eigenschaften der Rügener Heilkreide

Die Rügener Heilkreide ist ein Peloid, der feinkörnig oder zerkleinert für schlamm- oder breiförmige Bäder und Packungen verwendet wird.

Die wichtigsten Eigenschaften der Rügener Heilkreide sind gute Wärmespeicherung und die Feinheit der Kreide. Die günstige Korngrößenverteilung und der hohe Schluffanteil ermöglichen das Herauslaugen von Schlackenstoffen aus der Haut und ihre Bindung an die Kreidepartikel.

Die Rügener Heilkreide ist weiß und geruchlos. Sie wird als sauber und rein empfunden. Der cremig-pastöse Kreidebrei fühlt sich sanft auf der Haut an. Sie ist leicht zu handhaben und unproblematisch zu entsorgen.

Wirkung der Rügener Heilkreide

Rügener Heilkreide wird heute in Medizin, in Wellness- und Beautyeinrichtungen eingesetzt.

Kreidebäder oder -packungen werden bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Gelenkentzündungen, Arthrosen, Ischias, Neuralgien und Hauterkrankungen angewendet.

Durch die Wärme tritt eine mehr oder weniger starke Transpiration ein. Sie wird von den meisten Behandelten als schmerzerleichternd empfunden.

In Wellnesseinrichtungen wird die starke und andauernde Wärme genutzt, um eine bessere Durchblutung und erhöhten Stoffwechsel anzuregen.

Nach Kreideanwendungen wird über das Gefühl eine neue, spürbar sanftere, Haut zu haben, berichtet.

Rügener Heilkreide und Algen unterstützen sich gegenseitig in der Wirkung bei einer Thalassotherapie.

 

Anwendung der Rügener Heilkreide

Kreidebäder werden in einer 4%igen Konzentration mit Wasser oder Meerwasser 20 Minuten lang angewendet. Die Badetemperatur liegt bei 38-45 Grad. Dabei schwitzt der Körper durch die Wärmestauung.

Anschließend liegt der Patient 10-20 Minuten in einer Trockenpackung.
In Wellnesseinrichtungen führt man Kreidebäder in speziellen Serailbädern durch, die von mehreren Gästen gleichzeitig genutzt werden. Die Kreide wird dazu mit Algen, verschiedenen Ölen und anderen Zusatzstoffen vermischt.
In der Kosmetik werden der Kreide Algen, Tonerde, verschiedene Öle und Sole zugesetzt und als Packung bzw. sanftes Peeling verwendet.

Mit Algen im Verhältnis 1:1 gemischt, wird Rügener Heilkreide zur Hautpflege eingesetzt.