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Hünengräber

Häufig vermischen sich – auch in Reiseführern – die Begriffe „Hünengrab“ und „Hügelgrab“. Doch gibt es zwischen beiden Gräberarten zeitliche Abfolgen. Vermutlich von der jüngeren Steinzeit an bis in die frühe Bronzezeit hinein – das umfasst  ungefähr den Zeitraum von 4000 – 1600 v. Chr. – bestatteten unsere Ahnen ihre Toten in Großsteingräbern oder Megalith-Gräbern.

Ab etwa 1600-1200 vor unserer Zeitrechnung jedoch wurden  Bestattungen in Hügelgräbern gebräuchlich, sodass diese dann folgende Zeitspanne als die Hügelgräberbronzezeit benannt wurde.“ Auf Rügen ist der „Dobberworth“ bei Sagard das größte und auch wohl bekannteste Hügelgrab. Doch davon an anderer Stelle mehr.

Bei Hünengräbern handelt es sich um Grabanlagen, die aus Findlingen errichtet wurden und von oben mit einer Steinplatte versehen wurden. Die Bezeichnung „Hünengrab“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und zeigt auf, dass die Menschen des Mittelalters die Ansicht vertraten,  es handele sich um Gräber von Riesen, da nur sie in der Lage gewesen sein können, Steine dieser Größe zu transportieren und aufzurichten. 

Ein anderer Name für diese Gräberart ist der Begriff Dolmen. Diese Bezeichnung ist dem Bretonischen entlehnt und steht für „steinerner Tisch“ (toal = Tisch, men = Stein). Nahe Lancken-Granitz im Südosten der Insel kann die größte und wohl auch am besten erhaltene Grabanlage auf Rügen, bestehend aus sieben Großsteingräbern –   die sog. „Ziegensteine“ -, bewundert werden. Unweit des Kap Arkona liegt bei Nobbin, nahe der Steilküste der Tromper Wiek, direkt am Hochuferweg, eines der größten Steingräber Norddeutschlands, der „Riesenberg“. Weitere, im wahrsten Sinne des Wortes, herausragende Großsteingräber sind das „Fürstengrab“ bei Sassnitz, das „Herzogsgrab“ bei Göhren, das „Pfenniggrab“ bei Nipmerow am Rande der Stubnitz.

Auch heute noch rätselt die Wissenschaft, wie diese Findlingsgräber damals erbaut wurden. Vermutet wird, das die Steine mit Pferde- und Menschenkraft auf Holzstämmen als Rollen bewegt wurden. Bei der Vielzahl der dabei verwendeten Steine und den Entfernungen, die zurückgelegt wurden, ist dies eine nahezu unvorstellbare Leistung, die uns heute Lebenden großen Respekt abverlangt. 

Auf Rügen gab es recht viele Großsteingräber. 1835 wurden noch 1640 gezählt. Doch viele dieser Zeugen der Vergangenheit wurden als Material für Straßen- und Häuserbau verwendet und dadurch vernichtet. Erst in den frühen 1930er Jahren wurde mit der Registrierung und dem Schutz der noch verbliebenen Relikte begonnen.

Hier eine übersichtliche Auflistung der Großsteingräber auf Rügen

Großsteingräber Lancken-Granitz
Großsteingräber Lancken-Granitz

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Großsteingräber auf
Rügen